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2020 - das besondere Jahr


 
Jahrgang 1960




Rückblick: Der Jahrgang 1960 und die Zeit in Jahrmarkt
von Susanna Hedrich

Denken wir an unser Geburtsjahr 1960, so ist es tatsächlich wahr: Wir werden 60 in diesem Jahr! Nun ist es soweit, es heißt: „Willkommen im Club der 60er!“ Das ist der Lauf der Zeit, wir sind für diesen Lebensabschnitt bereit!


Die meisten von uns haben die Kindheit und Jugend in Jahrmarkt verbracht. Diese Zeit stellt ungefähr ein Drittel unseres Lebens dar, bei manchen etwas mehr oder weniger. Unser Elternhaus, die Schulzeit und die soziale Gemeinschaft in Jahrmarkt haben uns geprägt und auf das weitere Leben vorbereitet. Kaum hatten die meisten einen Berufsstart in der alten Heimat hingelegt, kehrten sie ihr den Rücken. Einige verließen Jahrmarkt schon während der Schulzeit. Fast alle wagten einen Neuanfang in der Bundesrepublik Deutschland.

Hier trennten sich aber unsere Wege. Doch die gemeinsame Schulzeit in Jahrmarkt ist wie ein Band, das uns miteinander verbindet. Mit zunehmendem Alter verblassen immer mehr Erinnerungen an die frühere Zeit. Jedoch wichtige Ereignisse und Momente haben sich eingeprägt. Unser Jahrgang 1960 bestand aus drei Klassen. Zwei deutsche Klassen, das Unterdorf (B), Oberdorf (C) und eine rumänische Klasse (A). Es waren ca. 25 Kinder in jeder deutschen Klasse. In der Grundschule war Therese Tillschneider Lehrerin der B-Klasse und Barbara Procker Lehrerin der C-Klasse. Ab der 5. Klasse, Oberstufe, hatten wir je eine Klassenleiterin, für die C-Klasse war es die Musik-Professorin (wie man damals sagte) Helga Nieburg und für die B-Klasse drei Jahre lang die Sport-Professorin Christine Paul, geborene Ferch, die Tochter des bekannten Malers Franz Ferch. In der 8. Klasse hatte die B-Klasse den Deutsch-Professor Johann Pflanzner, Jahrmarkter, als Klassenlehrer. Ansonsten unterrichteten uns die jeweiligen Fachlehrer.

Rückblickend kann ich sagen, dass wir viel gelernt haben und dass der Lehrstoff in der Oberstufe recht anspruchsvoll war. Jeder hatte seine Lieblingsfächer und auch seine schwierigen Fächer. Klassenbilder aus dieser Zeit belegen, dass wir außerhalb des Schulunterrichts im „Kamin“ (Kulturheimsaal) verschiedene Unterhaltungsveranstaltungen hatten, z. B. an Fasching. Außerdem hat das „Oberdorf“ (C-Klasse) mal das Märchen „Dornröschen“ aufgeführt und das „Unterdorf“ (B) die „Goldene Gans“ zum Besten gegeben. In der Oberstufe hatte Frau Nieburg einen Gemeinschaftschor ins Leben gerufen für alle Interessierte. Für die Sport-Begeisterten gab es einige Turniere oder Freizeit-Sportmöglichkeiten. Außer in der Schule in der Hauptgasse stand in der „Altgass“ noch ein Haus zur Verfügung, wo Sport unterrichtet wurde und man Tischtennis spielen konnte. Einige Klassenausflüge sind durchgeführt worden.

Während der Schulzeit mussten wir „spezielle Aufgaben“ und Praktika verrichten. Am Anfang jeden Schuljahres, Mitte September, wurden wir mit offenen Lkws auf die Felder gefahren, um 2-3 Wochen als Erntehelfer zu arbeiten. So ernteten wir Mais, rote Rüben, Gurken oder auch Obst. Wir waren froh, dass kein Unterricht war, aber zu viel Lust auf dem Feld zu arbeiten hatten wir auch nicht. Im Frühjahr mussten wir Maulbeerblätter pflücken, weil in der Schule in einigen Räumen Seidenraupen gezüchtet wurden, deren Kokons für die Seidenproduktion wichtig waren.

In der Dorfgemeinschaft führten wir ein geregeltes Leben. So wie es Pflicht war in die Schule zu gehen, war es inoffiziell Pflicht in die Kirche zu gehen. Die Feiertage und Feste mit religiösem Hintergrund, wie die „Kirchweih“, waren „Markenzeichen“. Es gab viele Tanzveranstaltungen, je nach Saison und Thema. Die Kulturveranstaltungen hatten einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert und demonstrierten auch unseren Zusammenhalt. Mit den Mitteln, die uns zur Verfügung standen und erlaubt waren, hat man das Leben in der Dorfgemeinschaft gut gestaltet und sich gegenseitig unterstützt. Nach so vielen Jahren in der neuen Heimat freut man sich auf das Jahrgangstreffen, das vom 2. bis 4.Oktober in Sachsenheim stattfinden soll. Ein Wiedersehen mit vielen Erinnerungen und Gedankenaustausch wird das einstige Gemeinschaftsgefühl wieder zum Leben erwecken.

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