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Franz Urban 90


Nestor - Mentor - Meistergärtner
Der Jahrmarkter Franz Urban wird in Seitenstetten 90 Jahre alt


Franz Urban

Wortreiche Tage gibt es an Weihnachten und dem Jahreswechsel. Danach folgt die Zeit der Taten, der Umsetzung der christlichen Botschaft der Liebe und Güte.

In neun Lebensjahrzehnten hat unser geschätzter Landsmann Franz Urban aus Seitenstetten in Österreich Jahr um Jahr wie Perlen aneinander gereiht, die seinem Leben einen gehaltvollen Inhalt verleihen. Erfolge und Niederlagen! Er durfte sie selbst und mit anderen erleben.

Franz Urban erblickte am 4. Februar 1920 in Jahrmarkt als Sohn des Rasierermeisters und Baders Johann Urban und Anna Blasy (geb. Rosner) als erstes Kind der Familie das Licht der Welt. Sein Geburtsort sollte die Hintergrundmusik seines Lebens werden, eng verwurzelt mit seinen Geschwistern. Das Schicksal nahm den Bruder Johann im Kindesalter und der unsinnige zweite Weltkrieg nahm den Bruder Josef in Jugoslawien 1944. So blieb nur Schwester Anna mit ihrer Familie. Diese Ereignisse prägten unseren Jubilar. Mitfühlend und mit großer Herzenswärme ging er durch die Welt, gab mit all seinen geistigen und physischen Talenten und Fähigkeiten überall sein Bestes. Harmonisch verbunden wirkten da sein Elternhaus, seine Ausbildung in der berühmten „Banatia“ und nicht zuletzt die Aufnahme im Stift von Seitenstetten nach dem Krieg. Das alles fügte sich unter einem treu gelebten Glauben zusammen, der seinem Wesen und Tun einen ganz besonderen Glanz verleiht.

Seine Kindertage waren in idyllischer Umgebung in freier Natur und mit unvergesslicher Einfachheit, Toleranz, Mitgefühl, Tradition und Brauchtum gefüllt. Studium und Jugendzeit waren geprägt durch ein Schulsystem, das bis heute seine Spuren in unserer Gemeinschaft hinterlassen hat. Kameradschaftssinn und Fortschritt, Erhaltung der Volkszugehörigkeit waren der Grundstein einer wohlerzogenen Jugend im Banat.

Urban Franz und Elisabeth - HochzeitFam. Urban
Urban Franz und Elisabeth - goldene Hochzeit

Im Jahre 1955 schloss er mit Elisabeth Schadauer in Seitenstetten den Bund der Ehe, aus der vier Töchter hervorgingen, die mit ihren Familien das Ehepaar Urban im Alter beglücken und unterstützen. Zu seinem 80. Geburtstag verfasste unser Vorstandsmitglied der Heimatortsgemeinschaft eine Schrift mit den wichtigsten Abschnitten aus seinem Leben. Gedacht waren die Zeilen für seine Familie und seine Wegbegleiter. Es sind faszinierende Begebenheiten, Kindheits- und Jugenderinnerungen, Bräuche und Traditionen aus der Heimatgemeinde Jahrmarkt und dem Banat. Sie werden wortgewandt spannend in der Broschüre festgehalten, aber auch geschichtliche Tatsachenberichte verbunden mit einer Spurensuche im Banat nach der Wende.

Franz Urban nennt sich selbst in seinen Aufzeichnungen einen Meisterkandidaten, der sich in vielen Disziplinen versucht hat, zum Meister habe es jedoch nie gereicht. Das mag wohl auf seine frühe Liebe für den Sport und die Langzeitliebe für das Schach-Spiel zutreffen! Der jüngere Vorstand der Heimatortsgemeinde Jahrmarkt in Deutschland sieht Franz Urban als Nestor, Mentor und Meister-Gärtner im großen Garten unserer Gemeinschaft. Franz Urban gehört neben unseren Landsleuten Jakob Stefan und Kaspar Blasy zu den ältesten Vorstandsmitgliedern unserer HOG.

Seine ungebrochene und langjährige Unterstützung, seine gewichtigen Beiträge haben unsere Arbeit motiviert und bereichert, wertvoll ergänzt und liebevoll gütig begleitet. Der Nachdruck seiner Memoiren in der Reihe der Jahrmarkter Heimatblätter soll nun ein Geschenk für ihn zum 90. sein wie auch für seine Landsleute, eine Würdigung seiner Person und Leistungen, ein Zeichen des Dankes, aber auch ein bleibendes Dokument für die Gemeinschaft.

Von ganzem Herzen wünschen wir Franz Urban für sein neues Jahrzehnt beste Gesundheit und einen geruhsamen Lebensabend im Kreise seiner Familie in der neuen, herzensnahen Heimat Österreich, aber mit Blick auf sein unvergessliches Jahrmarkt!

Helene Eichinger, Vorsitzende der Heimatortsgemeinschaft Jahrmarkt