|
Startseite Home Besondere Angebote Aktuelles Veranstaltungen Vorankündigungen Aktuelle Berichte Aktuelle Berichte Literatur Neuerscheinungen Adventskalender Rundbriefe Geschichte der Banater Schwaben Jahrmarkt Überland HOG Jahrmarkt Fotogalerie Publikationen Links Videos Aktuelle Fotos Jahrmarkt 2020 - das besondere Jahr Geburtstage Hochzeiten Hochzeitsjubiläen Sterbefälle Religion und Glaube Klassentreffen Kreisverbände Unsere Landsleute erinnern sich Berufe und Beschäftigungen Jahrmarkter Landsleute einst und jetzt E-Mail Verzeichnis Newsletter Impressum Kontakt Datenschutz |
Fronleichnam 2024![]() ![]() Fronleichnam in Ingolstadt (Fotos: Franz Wiesenmayer)
Die
letzte Fronleichnamsprozession in Jahrmarkt
Nachgefragt bei Magdalena Eichinger, geboren 1930 Zu meiner Zeit wurden an Fronleichnam immer vier Kapellen aufgebaut und zwar an den Holzkreuzen der Familien Renoth und Maurer in der Hauptgasse und an den Holzkreuzen der Familien Berger und Schmidt (Schreiwersch) in der Altgasse. In vielen Banater Ortschaften waren „gemauerte“ also festinstallierte Kapellen, in Jahrmarkt mussten diese alljährlich aufwändig neu aufgebaut werden. Die Zimmerleute bauten das Holzgerüst, welches dann mit Tüchern und Zweigen abgedeckt wurde. Der Altar bestand aus einem Tisch mit einer weißen Tischdecke, auf welchem Kerzen und ein Kruzifix stand und darüber hing ein heiliges Bild. Seitlich war die Kapelle mit Blumenkränzchen und grünen Pflanzen ausgeschmückt. Die Fronleichnamsprozession bildete sich in der Kirche. Nach einer kurzen Andacht ging der Geistliche mit dem Allerheiligsten unter einem Baldachin zu den vier Kapellen. Dort wurde jeweils das Evangelium vorgelesen und die Kräuter gesegnet. Die Prozessionsteilnehmer nahmen sich von dem gesegneten „Liebstöckel“ ein paar Stängel mit nach Hause, weil dem gesegneten Kraut heilende Wirkung zugesprochen wurde. An der Prozession beteiligten sich fast alle Dorfbewohner, ca. hundert Marienmädchen, die Feuerwehr, der Jünglingsverrein, der Mädchenkranz, der Kirchenchor, die Kirchweihpaare und die Musikkapelle. Der Prozessionsweg war von brennenden Kerzen umsäumt, welche in den Fensternischen der Häuser standen und der Weg war wie ein grüner Teppich, mit frischem Gras bestreut. Auf dem Prozessionsweg wurden im Wechsel, mit Musikbegleitung Kirchenlieder gesungen und gebetet. Nach der vierten Kapelle wurde in der Kirche mit „Großer Gott wir loben dich“ der Festakt beschlossen. In der schöngeschmückten Kapelle bei Familie Schmidt (Schreiwersch), habe ich mein Kind, damals zweieinhalb Jahre alt, fotografieren lassen. Es war im Jahr 1957 und zugleich die letzte Fronleichnamsprozession in Jahrmarkt, wobei der Jünglingsverrein und Mädchenkranz nicht mehr dabei waren, denn beide Vereine mussten aufgrund politischer Repressalien nach 1945 aufgelöst werden. Aufgezeichnet: Hans Eichinger / Nürnberg / im Mai 2024 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |